Wie man einen Coaching Vertrag widerruft

Ein Coaching-Vertrag ist ein Vertrag, der zwischen einem Coach und einem Klienten geschlossen wird, um dem Klienten eine professionelle Beratung oder Anleitung zu geben. In der Regel werden solche Verträge für eine bestimmte Anzahl von Sitzungen oder für eine bestimmte Zeitdauer abgeschlossen. Aber was passiert, wenn der Klient den Vertrag widerrufen möchte? In diesem Artikel erfahren Sie, wie man einen Coaching-Vertrag widerruft.

Was ist ein Widerrufsrecht?

Das Widerrufsrecht ist ein Recht, das einem Verbraucher gewährt wird, um einen Vertrag innerhalb einer bestimmten Frist und ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Das Widerrufsrecht gilt für viele Arten von Verträgen, einschließlich Online-Käufen, Telefon- und Haustürgeschäften.

Gilt das Widerrufsrecht für Coaching-Verträge?

Ja, das Widerrufsrecht gilt auch für Coaching-Verträge. Dies ergibt sich aus § 312g Abs. 2 Nr. 9 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Danach haben Verbraucher ein Widerrufsrecht bei Verträgen zur Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen, wenn der Vertrag für die Erbringung einen spezifischen Termin oder Zeitraum vorsieht.

Wie lange gilt das Widerrufsrecht?

Das Widerrufsrecht bei Coaching-Verträgen beträgt 14 Tage und beginnt ab dem Tag des Vertragsabschlusses oder sobald der Klient eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erhalten hat. Wenn der Klient den Vertrag widerrufen möchte, muss er dies innerhalb der Frist schriftlich oder per E-Mail tun.

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Was muss in einem Widerrufsschreiben stehen?

In einem Widerrufsschreiben muss der Klient seinen Widerruf erklären und seinen Namen sowie die Vertragsdaten angeben, z. B. das Datum des Vertragsabschlusses und die Anzahl der vereinbarten Coaching-Sitzungen. Das Schreiben sollte per Einschreiben mit Rückschein oder per E-Mail mit Empfangsbestätigung versendet werden.

Muss der Klient für die bis zum Widerruf erbrachten Leistungen zahlen?

Ja, der Klient muss für die bis zum Widerruf erbrachten Leistungen zahlen. Das bedeutet, dass der Coach für die bereits durchgeführten Coaching-Sitzungen bezahlt werden muss. Der Klient kann jedoch den Wert der bereits erbrachten Leistungen von der Gesamtsumme abziehen.

Was passiert mit dem Vertrag nach dem Widerruf?

Nach dem Widerruf ist der Vertrag hinfällig. Das bedeutet, dass weder der Klient noch der Coach weitere Verpflichtungen aus dem Vertrag haben. Der Coach muss dem Klienten alle bereits geleisteten Zahlungen zurückerstatten.

Was sind die Folgen bei einem fehlenden Widerrufsrecht?

Wenn der Coach den Klienten nicht über das Widerrufsrecht informiert hat oder die Widerrufsbelehrung nicht korrekt ist, verlängert sich die Widerrufsfrist um weitere 12 Monate. Das bedeutet, dass der Klient bis zu einem Jahr nach Vertragsabschluss den Vertrag widerrufen kann. Wenn der Coach den Klienten nicht über das Widerrufsrecht informiert hat, kann er außerdem mit einer Geldbuße bestraft werden.

Wie kann man sich vor einem ungültigen Widerrufsrecht schützen?

Um sicherzustellen, dass das Widerrufsrecht gültig ist, sollten Coaching-Verträge eine korrekte und vollständige Widerrufsbelehrung enthalten. Diese muss in verständlicher Sprache verfasst sein und alle notwendigen Informationen enthalten, z. B. die Frist für den Widerruf und die Kontaktdaten des Coaches.

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Fazit

Ein Coaching-Vertrag kann widerrufen werden, wenn der Klient dies innerhalb der 14-tägigen Frist tut. Der Klient muss für die bis zum Widerruf erbrachten Leistungen bezahlen, kann aber den Wert dieser Leistungen von der Gesamtsumme abziehen. Coaching-Verträge sollten immer eine korrekte und vollständige Widerrufsbelehrung enthalten, um ein gültiges Widerrufsrecht zu gewährleisten.

FAQs

  1. Wie lange dauert es, bis der Coach die geleisteten Zahlungen zurückerstattet? Es gibt keine gesetzlich festgelegte Frist für die Rückerstattung, aber der Coach sollte dies innerhalb einer angemessenen Zeit tun, in der Regel innerhalb von 14 Tagen.
  2. Kann der Klient den Vertrag auch nach Ablauf der Widerrufsfrist kündigen? Ja, der Klient kann den Vertrag auch nach Ablauf der Widerrufsfrist kündigen, muss jedoch die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist einhalten.
  3. Kann der Coach den Klienten daran hindern, den Vertrag zu widerrufen? Nein, der Coach kann den Klienten nicht daran hindern, den Vertrag zu widerrufen, da dies ein gesetzliches Recht des Klienten ist.
  4. Muss der Klient einen Grund für den Widerruf angeben? Nein, der Klient muss keinen Grund für den Widerruf angeben.
  5. Kann der Coach eine Stornogebühr erheben, wenn der Klient den Vertrag widerruft? Nein, der Coach kann keine Stornogebühr erheben, da das Widerrufsrecht dem Klienten das Recht gibt, den Vertrag ohne Strafe zu widerrufen.

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